Focus-Stacking am Beispiel einer Libelle

Stacking oder zu deutsch „stapeln“ ist eine tolle Methode um zum Beispiel ein Macro durchgängig scharf zu gestalten, oder um einen Gegenstand mit gleicher Perspektive und unterschiedlichen Schärfepunkten gleichmäßig scharf fokussiert zu gestalten.

Ich nutze dies gerne bei Macros. Die Schwierigkeit bei der Marcofotografie ist die Feinheit mit der ein Bild aufgenommen wird. Ich nutze dafür in der Regel das Canon Macro 100mm 2,8f mit zwei Extendern. Das Objektiv ist der absolute Hammer und läßt sich auch gerne mal zweckentfremden für Portraits oder ähnliches.

Als Extender nutze ich ein Set von Dörr, hier werden einfach nur ein oder mehrere Distanzstücke zwischen Body und Objektiv gesetzt und schon kann ich noch einmal deutlich näher an das Objekt der Begierde heran. Allerdings und das ist auch die Schwierigkeit bei Macros wir die Fokussierung immer schwieriger denn mit dieser Brennweite und den Extendern ist ein fokussieren von Hand nahezu unmöglich. Also muß ein Stativ her…

Um überhaupt auch nur einen schmalen Streifen scharf zu bekommen, muß die Blende ab 13f aufwärts gewählt werden. Klassischer Weise wird dann im M Modus mit 200sec. und Blitz belichtet um hinterher auch etwas auf dem Bild erkennen zu können.

Die Libelle, die ich hier als Motiv hatte war schon tot, also hatte ich mit der Belichtung alle Zeit der Welt, da sie ja nicht mehr wegfliegen würde.

Bei größeren Objekten empfiehlt es sich hier auch mit einem Schlitten zu arbeiten. Die Kamera wird auf dem Schlitten montiert und anstatt unterschiedliche Fokuspunkte  bei gleichem Abstand zu wählen, wird die Kamera auf dem Schlitten bewegt, so das jeweils ein neuer Punkt fokussiert wird. Die Flügel der Libelle liegen aber nahezu in gleicher Ebene, so dass ich mir den Aufwand mit dem Schlitten spare.

Für die Aufnahmen habe ich mit einem Fernauslöser gearbeitet und Achtung wenn ihr auf dem Stativ fotografiert immer den Bildstabilisator ausschalten! Die Fokussierung habe ich über Live View vorgenommen und mehrere Bilder mit unterschiedlichen Fokuspunkten (aber gleichem Abstand weil Festbrennweite) aufgenommen. Insgesamt 12 Bilder.

Was fange ich nun mit den Bildern an? Ich importiere sie zunächst in Lightroom bearbeite ein Bild hinsichtlich Belichtung und Schärfe und übertrage dann diese Einstellungen auf die folgenden 11 Bilder.

Ich könnte das alles auch in Camera Raw machen, aber da ich den Workflow von LR gewohnt bin fällt es mir einfach leichter. Ich exportiere dann alle 12 Bilder aus Lightroom und speichere sie ab.

Nun öffne ich Photoshop, gehe auf Datei neu erstellen und dann auf den Reiter Datei. Ziemlich weit unten findet sich der Block Skripten. Den wähle ich aus und danach wähle in Datei in Stapel laden.

Mit Durchsuchen kann ich die vorher exportierten Dateien auswählen. Achtung Bitte den Haken unbedingt bei automatisch ausrichten setzen und auf OK drücken.

 

Photoshop beginnt die ausgewählten Dateien in jeweils eine neue Ebene zu laden, das dauert ein Weilchen je nach Dateigröße.

Ist die erfolgt erscheinen die Bilder jeweils in der Ebenenansicht. Ich markiere nun alle Dateien und gehe auf Bearbeiten und dann klicke ich auf Ebenen automatisch überlagern. Es erscheint ein Pop-Up Fenster bei dem zwischen Panorama und Überlagern auswählen kann. Ich wählen natürlich Überlagern.

Nun beginnt Photoshop die Bilder jeweils nach Ihren Schärfebereichen zu filtern und nur die jeweils scharfen Bereiche über eine Ebenenmaske sichtbar zu machen. Die Ebenenmasken werden in diesem Schritt automatisch angelegt, auch das dauert ein Weilchen.

Ist dieser Prozeß durchlaufen – Tada zeigt Photoshop ein durchgängig scharfes Bild aus allen Überlagerten Schärfebereichen der aufgenommenen Bilder.

Mit einem Rechtsklick schnell noch alles auf eine Ebene reduzieren, ein wenig Schmutz entfernen und schon ist mein Stacking fertig. Ein tolles Ergebnis wie ich finde …..